summertime, baby!




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a little story - its nice, i like.

So, mein Lieber, dann wollen wir doch mal sehen. Gestern haben wir uns kennen gelernt. Gestern haben Sie nach meiner Telefonnummer gefragt. Seit gestern stehen Sie im Ring. Heute beginnt das Spiel. Werden Sie sich als würdig erweisen, mich ausführen zu dürfen? Und wenn ja, werden Sie danach Zutritt zu meinem Gemach erhalten? Werden wir das Ganze dann wiederholen? Kurz: Sind Sie ein guter Mann? Nun, wir werden ja sehen. Und Sie, lieber Leser, werden dabei lernen. Sie werden jetzt gut aufpassen. Ich gebe Ihnen nämlich hiermit die einmalige Chance, aus dem Munde einer Frau zu hören, worauf es ankommt. Wo wir unsere Hebel ansetzen, wo wir nachhaken. Und wie Mann Frau möglichst glatt und ohne Patzer rumkriegt.

Wie gesagt, da lerne ich doch gestern diesen Mann kennen. Die Tatsache, dass er mit meiner Telefonnummer in der Tasche nach Hause gegangen ist, spricht dafür, dass er schon einen ersten Sieg errungen hat. Er ist zugangsberechtigt, hat das richtige Passwort eingegeben. Das richtige Passwort ist das dreifache H.

Höflich, heiß, Hoffnung auf mehr. Ja, richtig, an erster Stelle steht das kleine, altmodische Wörtchen "höflich". Entscheidend ist nämlich, dass der Proband von Anfang an Stil beweist. Mit Stil meine ich jetzt nicht schmieriges "Hier-ein-Kompliment-da-ein-Drink". Das wäre der Kennenlern-Situation nicht angemessen und aufdringlich. Mit Höflichkeit und Stil meine ich: Aufmerksamkeit.

2. Er schenkt mir neben seiner ungeteilten Aufmerksamkeit auch die richtigen Getränke. Falsch wäre Bier, das macht dumpf, falsch wäre Schnaps, das macht willenlos, falsch wäre auch irgendein modisches Mixgesöff, das ist uninspiriert und langweilig. Richtig sind elegante Klassiker, die einer Frau zeigen, dass ihr was zugetraut wird. Etwa ein Wodka-Martini, ein Gin Tonic oder auch ein Gimlet. Drinks mit Klasse eben. 3. Er ist interessiert. Und zwar an allem. An meinem Gesicht, meinem Körper, an dem, was ich zu sagen habe. Auf keinen Fall nur an einem Teil meiner Person. Wer mir beim gemeinsamen Trinken nur auf die Titten stiert, kann wegtreten, da kann ich mir auch den Heizungsableser in die Wohnung holen. Soviel zu dem unscheinbar wirkenden Wort "höflich". Sie sehen, es öffnet Tor und Tür.

Entscheidend bei allen Versuchsanordnungen ist aber immer auch die Hitze, soll heißen, der Mann muss Sex haben. Alle ausgefeilten Umgangsformen verpuffen, wenn der Typ so heiß wie eine Steuererklärung ist. Was das dann im Einzelnen bedeutet, bleibt jeder Frau selbst überlassen. Ich, für meinen Teil, bevorzuge das Modell Cowboy. Das heißt: verwegener Romantiker, gerne mit Gangsterfresse. Bis hierhin hat der gestrige Mann volle Punktzahl erreicht, aber das war ja nicht allzu schwer. Und jetzt kommt's. Das dritte H. H wie Hoffnung. Hoffnung, dass da mehr drin steckt. Dass er keine gut geschminkte Mogelpackung ist, dass hinter all den Offensichtlichkeiten ein Geheimnis steckt, das es zu entdecken gilt. Diese Hoffnung habe ich bei dem galanten Herrn. Warum, kann ich nicht genau sagen, Frauen sind ja so irrational. Vielleicht liegt es an seinen Augen, an seiner Art zu lächeln, an seiner Stimme, an der winzigen Narbe auf der linken Wange. Vielleicht auch an meinen Hormonen, ich weiß es nicht. Aber um das herauszufinden, habe ich ihm ja meine Telefonnummer gegeben.

Das Spiel beginnt mit warten. Warten, ob er anruft, und wenn ja - aufgepasst, jetzt wird es ganz wichtig - wann. Nach einem Tag, also heute, wäre nicht gut. Das würde zu folgenden Mutmaßungen führen: Will der mich nur möglichst schnell vögeln? Ist er ein uncooler Hysteriker? Hat er keine Freunde? Ruft er am zweiten Tag wäre das prinzipiell okay. Besser wäre aber noch: Er ruft am dritten Tag an. Dann ist es spannender. Ich bin dann schon etwas nervös, ob er vielleicht doch eher gar nicht anruft, und habe Gelegenheit zu Selbstzweifeln, die einen ja immer irgendwie nach vorn bringen. Und freue mir einen Ast, wenn das Telefon dann wider Erwarten klingelt.

Ich rauche extra viel, um zu sehen, ob ihn nicht doch irgendwann die Lust verlässt. Tut sie nicht. Guter Cowboy. Ich will noch in eine Bar, und zwar jetzt. Sein Anzug ist dunkel, italienisch und sitzt verdammt gut. In der Bar erkämpft er uns ein Sofa. Wir sitzen da nebeneinander und sprechen nicht mehr viel. Unterhalten will ich mich beim Essen, in einer Bar will ich was anderes. Mal sehen, ob er die hohe Kunst des Blickvögelns beherrscht.

Oha, tut er. Zündet eine Zigarette an und steckt sie mir in den Mund. Dann zündet er sich selbst eine an, Augen fest in meinen Augen. Wir rauchen, sehen uns dabei an und sagen kein Wort. Sein Bein berührt meinen Knöchel. Dann nimmt er mir die Zigarette aus der Hand und drückt sie aus. Nimmt meinen Kopf in seine Hände und küßt mich. Bingo. Der Bursche ist ein Volltreffer. Weil er die ganzen letzten zehn Minuten nichts gesagt hat. Keine Zeit verschwendet hat. Über Liebe sollte man nicht sprechen, Liebe sollte man einfach tun. Schnell nach Hause bitte, ich bin bereit.

So, und jetzt wird's haarig. Denn auch das schönste Schiff kann sinken. Und je schöner das Schiff, desto mehr schmerzt der Untergang. Ich sitze neben meinem Musterknaben im Auto und bete. Möge er doch bitte unbedingt so weitermachen wie bisher. Bitte, bitte, lieber Gott, lass ihn keinen groben Fehler machen. Lass nicht zu, dass er eine hoffnungsvolle Frau enttäuscht. Er darf jetzt auf keinen Fall: Meine Kücheneinrichtung interessanter finden als mein Bett, seine Mutter anrufen, den Fernseher anschalten, ordentlich seine Klamotten über den Stuhl hängen, einen lila Slip tragen, meinen BH nicht aufkriegen oder das Motorenöl wegduschen.

Er darf auch nicht leidenschaftslos sein, sich zwei Stunden an meinen Kniekehlen abarbeiten (es gibt ja Männer, die so was für ein besonders grandioses Vorspiel halten) oder erst mal reden wollen. Er soll das wollen, was ich auch will: Ich will jetzt dringend und schnell mit ihm ins Bett gehen. Solange, bis meiner Matratze hören und sehen vergeht. Man muss sich ja auch erst mal ordentlich kennen lernen, bevor man am nächsten Morgen gemeinsam unter die Dusche steigt. Ich möchte mein Wasser nicht mit einem Fremden teilen müssen. Und weil ich gewillt bin, mein kostbares Nass irgendwann morgen Nachmittag dem Mann, der neben mir im Auto sitzt über den Rücken laufen zu lassen, soll er mir jetzt mal zeigen, wer er ist. Los, Junge, Karten auf den Tisch.

Der Mann geht vor wie ein Killer: leise und zielstrebig. Wählt erst den Küchentisch, dann den Türrahmen und dann mein Bett, um mich niederzustrecken. Und kämpft mit mir unter Einsatz seines Lebens. Ich danke ihm das, indem ich anfange, mein Herz zu riskieren. Ja, doch, ich bin schwer angeschossen, wird mir da klar, während er mich zum Sofa trägt und "noch mal?" flüstert. "Ja, noch mal, bitte", sage ich und mein Verstand verabschiedet sich endgültig durch meinen Unterleib. Der Typ ist ein Brüller. Wo ist hier nur der Haken? - kann ich gerade noch denken, und da explodiert schon wieder ein Feuerwerk in meinem Kopf. Aber wer hart arbeitet, darf sich auch ausruhen, und so kommt es, dass der Killer und ich dann irgendwann einschlafen.

Als es hell wird, wache ich auf. Sehe mir Mr. Right noch mal genauer an. Hm. Kann es denn wirklich sein, dass hier einer volle Punktzahl erhalten sollte? Wenn ich ehrlich bin, verspüre ich keine Fluchtgedanken. Eher das Gefühl, ob ich ihn denn nicht vielleicht wecken sollte, damit wir noch ein bisschen ... na, Sie wissen schon. Aber er hält gerade so schön still, der müde Krieger, weiß nichts davon, dass ich über ihn nachdenke. Zählen wir doch mal zusammen: Er ist klug, er ist charmant, ist ein Freund klarer Ansagen, in Wort und Tat. Er fährt ein Spitzenauto und vögelt wie ein Gott. Ist leidenschaftlich, hingebungsvoll und stark. Hat ein Gesicht, wie ich es mag, ach und hier, wenn ich mir diese Schultern so anschaue, an denen Arme dran sind, die perfekt zu meiner Taille passen, besonders die Unterarme, sehnig und glatt, so wie seine Hände, und - Moment mal, was ist denn das?

Was hat der denn da am Finger? Tja, sieht aus wie, nun ja, wie ein Ehering. Hab ich wohl die ganze Zeit geflissentlich übersehen. Das ist also der Haken. Mein Prinz ist verheiratet. Soll vorkommen. Jetzt hab ich zwei Möglichkeiten: Entweder ich spiele die Furie, mache ihm eine Szene und schmeiße in kurzerhand raus. Oder aber, ich schlafe einfach wieder ein und warte mal, was passiert. Guter Plan, so wird's gemacht. Augen zu und weg. Schlafen, bis er weg ist. Ich stell' mich einfach tot. Kein Frühstück, keine Dusche, kein Aufwachsex. Ein bisschen Strafe muss sein. Nehm' ich mir so vor. Nehm' ich mir fest vor.

Aber als er mich dann weckt, auf diese besondere Art, bei der man aufeinander rum liegt und auf ein Erdbeben wartet und mich dabei schon wieder genau richtig anfasst, als hätte er mich heute Nacht heimlich auswendig gelernt, da denk' ich mir: ach, was soll's, wer wird denn unversöhnlich sein? Sehen wir's doch mal so: Ist doch ganz gut, dass er nicht so perfekt ist, wie ich dachte, sonst müsste ich vielleicht ja noch Angst kriegen. Soll er doch verheiratet sein, er kann trotzdem noch bleiben. Er kann auch gerne wieder kommen (solange ich auch noch ein paar Mal komme), mich zum Essen und in Bars einladen, mir Zigaretten anzünden und Feuerwerke im Kopf. Und es besteht keine Gefahr, dass er mir einen Heiratsantrag macht. Denn, mal ganz ehrlich: Wer will schon heiraten? Ich denke, dies ist der Anfang einer wunderbaren Freundschaft.



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